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Im Interview: petie

4 Juni 2010 1.872 Aufrufe Kein Kommentar

 

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Tick Tack, Tick Tack! So klingt der absolute Erfolgsschlager von Anika Hellriegel alias petie
. Die Kuckucksuhr aus Papier ist nur eins von vielen ungewöhnlichen Produkten im Shop der gelernten Grafikdesignerin. Die Nackenrolle in Buntstiftoptik, das Geschirr mit Fotoapparat-Aufdruck oder die Hamburg-Abschiedsgeschenk-Tüte – Anika entwirft wunderbare Dinge, die den Alltag schöner machen.

Im Interview hat uns die Hamburgerin ihre Kreativitätstechniken verraten und erzählt, was es mit der Zahl 1.000 auf sich hat. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

 

Bitte stell Dich kurz vor:
Ich lebe und arbeite in einer 3er-Mädels-WG im tollen Hamburg St.Pauli und hab nach meinem Grafikstudium eine Zeit lang im Bereich Verpackungsdesign gearbeitet. Das war meistens Arbeit für den Papierkorb und ich stand nicht hinter den Produkten, die gestalten musste. Mittlerweile arbeite ich nur noch stundenweise als Freiberufler in einem kleinen Grafikbüro, wo wir hauptsächlich mit Künstlern zusammenarbeiten. Dadurch hab ich Zeit für ein zweites Studium und für DaWanda.

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt?
So richtig entdeckt habe ich meine kreative Ader erst im Grafikstudium. Als Kind hab ich viel gemalt, und meine Mutter musste immer alles in der Küche aufhängen. Mit sechs oder sieben wollte ich eine Eisenbahn mit tausend Waggons malen, die alle auf A4-Papier hintereinander gehängt werden. Blöd daran war, dass ich mit sechs noch gar keine Vorstellung von der Zahl 1.000 hatte. Aber weniger durften es auch nicht sein! Zur Freude meiner Mutter fuhr dann doch kein Zug durch unsere Küche. Mein nächstes „Projekt“ waren Squaws, die vor Indianerzelten Hähnchen gebraten haben…

Woher beziehst Du Deine Inspiration?
Sachen anschauen und überlegen, warum sie so sind, wie sie sind. Und ob man die nicht auch anders machen könnte. Es gibt so eine Art Design-Fibel, die sagt u.a.: Was passiert mit der Idee, wenn du sie verflüssigst, auf den Kopf stellst …? Oder aus anderen Materialien herstellst? Ausserdem lese ich viele Bücher und Zeitungen, schaue Filme und gucke mir die Welt und die Menschen gern genauer an.

Hast Du Vorbilder im Bereich Design? Falls ja, wen und warum?
Ja! Ganz viele! Unter meinen TopTen: die Leute von Williams Murray Hamm, einer Packaging Design Agentur in London. Deren Philosophie ist „Creating Difference“, und sie setzen Ideen um, die in den meisten Firmen im Papierkorb landen würden. Toll find ich auch Otl Aicher wegen seiner grundsätzlich kritischen Haltung zu Design und wegen seiner Schrift.

Mit welchen Materialien arbeitest Du bei der Herstellung Deiner Produkte?
Papier, Uhrwerke, Stoffe, Farben und Keramik. Ich versuche immer darauf zu achten, möglichst ökologische/fair produzierte Materialien zu benutzen, obwohl ich das noch nicht zu 100% umsetzen kann. Besonders doll freut mich, dass ich voraussichtlich ab April echte Schwarzwälder Uhrwerke verwenden kann – Made in Germany statt in Fernost :)

Wie kamst Du auf die Idee für die Produkte in Deinem DaWanda-Shop?
Am Anfang stehen immer die Fragen: Was hätte ich gerne, was es so noch nicht gibt? Kann ich irgendetwas so gestalten, dass es lustiger oder ungewöhnlicher wird? Gefällt das vielleicht auch jemand anderem?

Beschreibe bitte kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Gucken, denken, nochmal gucken, die Idee auf Machbarkeit prüfen, Materialien besorgen, anfangen, scheitern, fluchen, neu anfangen, fertig stellen. Freuen. Nachdenken, wie es besser oder einfacher oder schöner gehen könnte. Wieder von vorne anfangen. Fotos machen, mit Photoshop bearbeiten, Produkt einstellen. Freuen :)

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Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?
Ein bisschen verspielt, ein bisschen anders!

Wer sind denn die typischen „petie“-Kunden?
Meistens kaufen weibliche Menschen aus der Stadt bei mir ein, und ich glaube, sie sind eher jünger. Ich weiß ja nicht, wie es anderen Herstellern geht, aber ich glaube, ich habe eindeutig die nettesten Kunden :)

Wie siehst Du Deine Zukunft als Designerin?
Ganz toll und lustig :) Mit Stadtteileinrichtungen, wo man tischlern, malen, lackieren, schweißen, nähen, töpfern etc. kann. Handmade Revolution sozusagen.

Welche Rolle spielt DaWanda für Deine kreative Tätigkeit?
DaWanda ist so eine Art Mutterersatz für mich, und der Marktplatz eine große Küche.

Was hat sich für Dich verändert, seit Du Deinen DaWanda-Shop eröffnet hast?
Trial&Error ist ein gutes Lebensprinzip. Und dass der Satz „Das geht nicht!“ ein ganz dummer und unnützer ist.

Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda?
Nur drei ist fies! Sorry an alle anderen, mir fallen spontan folgende Shops ein:

- Chickeria
- Frede Vissla (ehemals Kleiderordnung)
- Hani

Ist Dir auf DaWanda schon einmal etwas Ungewöhnliches passiert? Hast Du zum Beispiel Freunde wiedergetroffen oder hat ein „Star“ bei Dir eingekauft? Hast Du Fans gewonnen oder verrückte Kundenbestellungen erlebt?
Mein zweiter Verkauf ging tatsächlich an eine alte Schulkameradin (ich hoffe sie ist noch zufrieden :)).
Ein bisschen abgefahren fand ich das Interesse meiner Bank: In der Weihnachtszeit hat ein Mitarbeiter auf mein Konto geguckt und dann ein Gespräch angefangen, dass seine Frau auch bei DaWanda verkauft, und ob ich Ihr nicht ein paar gute Tipps geben könnte…?!

Dein Schlusswort:
Danke fürs Durchlesen!
Viel Spaß beim Schauen, Kaufen und Inspirieren lassen!
Liebe Grüße :) Anika

P.S.: Wenn Du auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtest, sende bitte Deinen ausgefüllten Fragebogen an interview@dawanda.com.

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